Wie viel Gefälle braucht eine Terrasse? Mindestens 2 % zur Entwässerung
Die kurze Antwort
Eine Terrasse braucht ein Mindestgefälle von 2 % - also 2 cm pro Meter - immer vom Haus weg. Auf einer 4 m langen Terrasse sind das 8 cm Höhenunterschied von der Hauskante bis zur Außenkante. Was die Bereiche in der Praxis bedeuten:
- 2 % und steiler (ab 2 cm pro Meter) - gute Entwässerung. Das ist die Standardregel für befestigte Flächen: Terrassen, Wege, Einfahrten.
- 1 % bis 2 % - grenzwertig. Das Wasser läuft ab, aber langsam, und jede Senke oder raue Stelle hält es fest.
- Unter 1 % - zu flach. Das Wasser staut sich, statt abzulaufen.
2 % ist also kein Nice-to-have - es ist die Untergrenze. Alles flacher, und du planst Pfützen, Algen und (in kalten Wintern) Eisflächen genau dort ein, wo du gehst.
In den USA wird dieselbe Regel als ¼ Zoll Gefälle pro Fuß angegeben (US-Bauvorschrift IRC), das entspricht rund 2,08 %.
Wie viel Gefälle deine Terrasse braucht
Die Rechnung ist eine Zeile: Gefälle (cm) = Terrassenlänge (m) × 2. Gemessen in der Richtung, in die das Wasser laufen soll:
| Terrassenlänge (vom Haus weg) | Nötiges Gefälle bei 2 % |
|---|---|
| 2 m | 4 cm |
| 3 m | 6 cm |
| 4 m | 8 cm |
| 5 m | 10 cm |
| 6 m | 12 cm |
Faustregel: 2 % sind einfach 2 cm Gefälle pro Meter Länge.
Rechenbeispiel (4 m Terrasse)
Angenommen, die Terrasse reicht 4 m von der Terrassentür nach außen. Hier die vollständige Gefällerechnung:
- Nötiges Gefälle: 4 m × 2 cm = 8 cm Höhenunterschied von der Hauskante zur Außenkante.
- Als Prozent: 8 cm ÷ 400 cm × 100 = 2 % - genau auf der Linie, die du treffen willst.
- Als Verhältnis: 400 ÷ 8 = 50, das Gefälle ist also 1:50.
- Als Winkel: arctan(8 ÷ 400) ≈ 1,1° - viel zu wenig, um es mit bloßem Auge zu sehen, deshalb misst du es (siehe Vor dem Verlegen prüfen).
👉 Der Gefälle-Rechner macht das sofort - gib die Länge und das Gefälle ein, und er liefert Prozent, Gefälle pro Meter, Verhältnis und Winkel und zeigt an, ob dein Gefälle die 2-%-Regel schafft oder in den grenzwertigen oder staugefährdeten Bereich fällt. (Die Eingabe erfolgt in Fuß und Zoll: teile Meter durch 0,3048 und Zentimeter durch 2,54. Beispiel: 4 m ÷ 0,3048 ≈ 13,1 ft, 8 cm ÷ 2,54 ≈ 3,1 in.)
Gefälle-Umrechnungstabelle
Dasselbe Gefälle taucht in Plänen als Prozent, als Zentimeter pro Meter, als Verhältnis oder als Winkel auf. Hier die gängigen Entwässerungsgefälle in allen vier Formen:
| Prozent | Gefälle pro Meter | Verhältnis | Winkel | Wofür |
|---|---|---|---|---|
| 1 % | 1 cm/m | 1:100 | 0,6° | Stau-Grenze - das absolute Minimum, damit Wasser läuft |
| 2 % | 2 cm/m | 1:50 | 1,1° | Standard-Mindestgefälle für Terrassen, Wege, Einfahrten |
| 4 % | 4 cm/m | 1:25 | 2,3° | schnell ableitende Flächen, Spritzwasserzonen |
| 5 % | 5 cm/m | 1:20 | 2,9° | Boden am Fundament (US IRC R401.3: 15 cm auf den ersten 3 m) |
Praktische Faustregeln aus der Tabelle: 1 % ist 1 cm pro Meter, 2 % ist 2 cm pro Meter.
In welche Richtung soll die Terrasse geneigt sein?
Immer vom Haus weg - zum Rasen, zu einer Mulde oder zu einem Ablauf, nie zum Fundament oder aufs Nachbargrundstück. Zwei zusammenhängende Ziele:
- Die Terrassenoberfläche: mindestens 2 % (2 cm pro Meter), in einer durchgehenden Ebene nach außen geneigt.
- Der Boden hinter der Terrasse und ums Fundament: Die US-Bauvorschrift IRC R401.3 verlangt, dass der Boden auf den ersten 3 m um 15 cm fällt - etwa 5 % Gefälle. Grenzt deine Terrasse ans Haus, leitet ihr 2-%-Gefälle das Oberflächenwasser ab, aber der Boden, wo dieses Wasser landet, braucht trotzdem einen Weg nach draußen.
Örtliche Vorgaben (Landesbauordnung, Entwässerungssatzung) können strenger sein als beide Werte - prüf das, bevor du gräbst.
Vor dem Verlegen prüfen
- 2 % kannst du nicht schätzen. Eine Neigung von 1,1° ist unsichtbar. Spann eine Schnur zwischen zwei Pflöcke, richte sie mit einer Schnurwasserwaage (kleine Wasserwaage, die an der Schnur hängt) waagerecht aus und miss dann an beiden Enden von der Schnur bis zum Boden - der Unterschied ist dein Gefälle.
- In Fließrichtung messen. Es zählt die waagerechte Strecke, die das Wasser zurücklegt, nicht die längste Seite der Terrasse.
- Steiler ist nicht automatisch besser. 4 % leitet schnell ab, aber die Neigung wird sichtbar, und Tische und Stühle musst du eventuell unterlegen. Für einen Sitzplatz reichen 2 %, ohne dass es schief wirkt.
- Achte auf Senken, nicht nur auf den Durchschnitt. Eine Terrasse kann im Schnitt 2 % haben und sich trotzdem in einer Mulde stauen. Prüf das Gefälle in mehreren Bahnen über die Fläche, besonders bei Terrassen aus Pflastersteinen, wo sich der Untergrund gern setzt.
- Ein Sicherheitshinweis zum Umgraben: Erde am Fundament zu bewegen ist machbare Heimwerkerarbeit, aber verdeck nie den Sockelputz, die Abdichtung oder ein Kellerfenster unter der Geländeoberkante - halte den nötigen Abstand ein und leite das Wasser sichtbar ins Freie.
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