Wie dick ist R-30-Dämmung? Umgerechnet in cm, R-Wert und U-Wert
Die kurze Antwort
R-30 ist eine US-Dämmwertangabe und entspricht einem metrischen R-Wert (Wärmedurchlasswiderstand) von gut 5,3 m²K/W. Wie dick das in Zentimetern wird, hängt allein vom Dämmstoff ab: Mit Mineralwolle WLG 035 brauchst du rund 18,5 cm, mit dem gängigen WLG 040 etwa 21 cm, mit einem PUR/PIR-Hartschaum (WLG 024) nur rund 13 cm.
Die Rechnung dahinter ist eine einzige Multiplikation:
Dämmstärke (m) = R-Wert (m²K/W) × Lambda (W/(m·K))
Der R-Wert misst den Widerstand gegen Wärmefluss und wächst linear mit der Dicke. Kennst du den Ziel-R-Wert und die Wärmeleitfähigkeit (Lambda) deines Dämmstoffs, ist das schon die ganze Berechnung.
R-30 in deutsche Werte übersetzt
R-30 stammt aus der US-Norm und nutzt die imperiale Einheit (ft²·°F·h/BTU). In Deutschland rechnest du mit dem metrischen R-Wert (m²K/W), dem U-Wert (W/(m²·K)) und der Wärmeleitfähigkeit Lambda (W/(m·K), früher als Wärmeleitgruppe WLG angegeben). So hängen die Zahlen zusammen:
- US R-30 in metrischen R-Wert: 30 ÷ 5,678 = 5,28 ≈ 5,3 m²K/W. (Der Faktor 5,678 rechnet die imperiale Einheit in die metrische um.)
- Metrischer R-Wert in U-Wert: Der U-Wert ist der Kehrwert. Die Dämmschicht allein bringt 1 ÷ 5,3 = rund 0,19 W/(m²·K). Mit den Wärmeübergangswiderständen und den übrigen Bauteilschichten liegt das ganze Bauteil noch etwas darunter.
Kurz: Wer nach “R-30” sucht, sucht in Deutschland eigentlich nach einem Dämmpaket mit R ≈ 5,3 m²K/W und einem Bauteil-U-Wert von rund 0,19 W/(m²·K).
Dämmstärke für R-30 nach Dämmstoff
Was den Unterschied macht, ist die Wärmeleitfähigkeit. Je kleiner das Lambda, desto dünner wird die Dämmung bei gleichem R-Wert. Alle Werte hier sind Planungswerte für R ≈ 5,3 m²K/W (das US-R-30-Äquivalent) - der genaue Bemessungswert steht immer auf dem Datenblatt des Herstellers:
| Dämmstoff | Lambda (WLG) | Dämmstärke für R ≈ 5,3 |
|---|---|---|
| PUR/PIR-Hartschaum, premium | 0,022 (WLG 022) | 12 cm |
| PUR/PIR-Hartschaum | 0,024 (WLG 024) | 13 cm |
| Mineralwolle, Hochleistung | 0,032 (WLG 032) | 17 cm |
| Mineralwolle / EPS, Standard | 0,035 (WLG 035) | 18,5 cm |
| Mineralwolle / EPS | 0,040 (WLG 040) | 21 cm |
| Zellulose (Einblasdämmung) | 0,040 (WLG 040) | 21 cm |
| Holzfaser | 0,045 (WLG 045) | 24 cm |
Zwei Dinge fallen auf: Standard-Mineralwolle und EPS liegen mit rund 18 bis 21 cm im typischen Bereich einer Zwischensparrendämmung, und PUR/PIR-Hartschaum schafft R-30 in gut 12 cm - deshalb greift man dort dazu, wo der Platz knapp ist (Flachdach, Innendämmung, Kellerdecke).
Durchgerechnetes Beispiel - Zwischensparrendämmung
Ein Sparren ist 20 cm hoch. Füllst du das Gefach komplett aus, ergibt sich der R-Wert aus Dicke ÷ Lambda:
- Mineralwolle WLG 035: 0,20 ÷ 0,035 = R 5,71 - klar über dem R-30-Ziel.
- Mineralwolle WLG 040: 0,20 ÷ 0,040 = R 5,00 - knapp darunter.
Und Schichten addieren sich - zwei Dämmstoffe hintereinander summieren einfach ihre R-Werte. Eine bestehende Zwischensparrendämmung von 16 cm WLG 040 (0,16 ÷ 0,040 = R 4,0) plus 4 cm PIR-Untersparrendämmung WLG 024 (0,04 ÷ 0,024 = R 1,67) ergibt zusammen R 5,67 - über R-30, ohne die alte Dämmung anzufassen.
👉 Der R-Value Calculator macht das sofort: Dämmstoff wählen, Dicke eingeben, und du bekommst den R-Wert des Aufbaus, verglichen mit dem empfohlenen Wert für Dach, Wand oder Boden in deiner Klimazone. (Der Rechner arbeitet mit US-R-Werten und Zoll: metrischen R-Wert mal 5,678 nehmen, Zentimeter durch 2,54 teilen, um Zoll zu erhalten.)
Ist R-30 überhaupt das richtige Ziel?
R-30 ist kein universelles Ziel, sondern eine US-Zahl für einen bestimmten Bauteiltyp und eine bestimmte Klimazone. In Deutschland gibt dir nicht ein R-Wert die Vorgabe, sondern das Gebäudeenergiegesetz (GEG) über den U-Wert des Bauteils:
| Bauteil | GEG-Grenze bei Sanierung (max. U-Wert) |
|---|---|
| Dachflächen / oberste Geschossdecke | 0,24 W/(m²·K) |
| Außenwand | 0,24 W/(m²·K) |
| Kellerdecke / Wand gegen Erdreich | 0,30 W/(m²·K) |
Ein Bauteil mit R ≈ 5,3 (dem R-30-Äquivalent) kommt auf rund 0,19 W/(m²·K) und unterschreitet die GEG-Grenze von 0,24 für Dach und Wand also deutlich. Für einen Neubau oder einen KfW-Effizienzhaus-Standard willst du beim Dach eher Richtung U 0,14 bis 0,20 - dann brauchst du entsprechend mehr Dämmstärke, in WLG 035 rund 20 bis 25 cm.
Faustregel: R-30 ist beim Dach ein solider Ausgangspunkt und schlägt die gesetzliche Sanierungspflicht, ist aber kein Neubau-Maximum. Rechne im Zweifel über den U-Wert, den dein Bauteil erreichen soll, zurück auf den nötigen R-Wert (R ≈ 1 ÷ U) und dann auf die Zentimeter.
Worauf du achten musst
- Zusammendrücken zerstört den R-Wert. Eine 21-cm-Klemmfilz für WLG 040 in ein 18-cm-Gefach gequetscht ergibt nicht mehr R-30 - die eingeschlossene Luft dämmt, und beim Stauchen drückst du sie heraus. Dämmstoffdicke auf die Gefachtiefe abstimmen.
- Lambda ist ein Bemessungswert. Hersteller streuen in der Dichte, ein Produkt derselben WLG kann leicht abweichen - der genaue Wert steht auf dem Datenblatt und dem Verpackungsetikett.
- Einblasdämmung setzt sich. Beim Einblasen wird bewusst mehr Höhe aufgebaut, damit sie sich auf die berechnete Dicke setzt - halte dich an die Mengentabelle des Herstellers, nicht an die frisch eingeblasene Höhe.
- Luftdichtheit zählt so viel wie der R-Wert. Fugen, undichte Anschlüsse und eine schlecht verklebte Dampfbremse lassen Wärme entweichen, egal wie dick die Dämmung ist - erst luftdicht abkleben, dann dämmen.
Verwandt
- R-Value Calculator - R-Wert des Aufbaus aus Dämmstoff und Dicke, verglichen mit dem empfohlenen Wert für deine Klimazone.
- Walls tools - alle Werkzeuge rund um Wand und Dämmung.
- Recommended attic R-value by climate zone - die klimazonenweisen Zielwerte, an denen sich R-30 misst.
- What is the minimum roof pitch for shingles - eine weitere Baukennzahl, gleich hergeleitet.