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Wie viel Flüssigfolie pro m²? Dusche und Bad richtig abdichten

Die kurze Antwort

Eine typische Alkoven-Dusche mit drei Wänden hat rund 8 m² Wandfläche, und eine Flüssigfolie (Verbundabdichtung im Verbund, kurz AIV) reicht in zwei Schichten für etwa 0,75 Liter pro m² - plane also rund 7 Liter (etwa 10 kg) für die Wände. Willst du auch den Duschboden abdichten? Der braucht einen dickeren Film, rund 1,0 Liter pro m², was eine komplette Dusche auf etwa 8 bis 9 Liter bringt.

  • Duschwände und Wannenrand - rund 0,75 L/m² (ca. 1,1 kg/m²) für die geforderten zwei Schichten. In den USA gibt der Hersteller RedGard das mit 55 sq ft pro Gallone an (Custom Building Products TDS-104), umgerechnet 5,1 m² je 3,78 Liter.
  • Duschboden / Duschtasse - rund 1,0 L/m², weil in der Bodenzone mehr Film stehen muss (im US-Datenblatt 40 sq ft pro Gallone, also 3,7 m² je 3,78 Liter).
  • Eimergrößen - Flüssigfolie steht in Deutschland meist in 5-, 7-, 15- und 20-kg-Eimern im Regal (RedGard selbst kommt in 3,78 L und 13,2 L). Für eine komplette Dusche ist der 15-kg-Eimer meist der richtige Kauf.

Der klassische Fehler: Man liest die Herstellerangabe für eine Schicht vom Eimer ab und kauft die Hälfte von dem, was man braucht. Eine Verbundabdichtung ist immer ein Zwei-Schicht-Produkt.

Flüssigfolie, Dichtschlämme oder Dichtbahn - was gemeint ist

In Deutschland regelt die DIN 18534 die Abdichtung von Innenräumen. Unter die Fliesen der Dusche gehört eine Verbundabdichtung (AIV), also eine Abdichtung, die direkt im Verbund mit dem Fliesenkleber liegt. Dafür gibt es zwei gängige Produkttypen:

  • Flüssigfolie - eine streich- oder rollbare Dispersion, die zu einer elastischen Folie trocknet. Das entspricht dem US-Produkt RedGard und ist für private Duschen der Standard.
  • Dichtschlämme - eine mineralische, angerührte Masse, oft für höher belastete Bereiche und Sockel.

Welche Menge du brauchst, hängt von der Wassereinwirkungsklasse ab: Wandflächen einer Hausdusche sind meist W2-I, der Duschboden W3-I (hohe Beanspruchung). Höhere Klasse heißt: mehr Sorgfalt an den Übergängen, aber der Materialverbrauch pro m² bleibt in der gleichen Größenordnung.

Was Flüssigfolie pro m² wirklich abdeckt

Der Verbrauch richtet sich nach der fertigen, getrockneten Filmdicke, nicht nach dem einzelnen Rollenzug. Für eine dichte Abdichtung muss der Film auf rund 0,4 bis 0,5 mm auftrocknen; eine Schicht allein liefert etwa die Hälfte davon. Hier der echte Verbrauch pro Anwendung:

AnwendungSchichtenVerbrauch pro m²
Duschwände / Wannenrand (Abdichtung)2rund 0,75 L (ca. 1,1 kg)
Duschboden / Duschtasse (W3-I)2rund 1,0 L (ca. 1,5 kg)
Rissüberbrückung unter Fliesen1rund 0,4 L (ca. 0,6 kg)
Dampfbremse1-2 je nach Lastrund 0,55 bis 1,1 L

Die Werte gelten für einen glatten Untergrund. Saugende Zement- oder Faserzementplatten ziehen mehr, als die Tabelle sagt, deshalb gehört ein Aufschlag von 10 % in die Rechnung. Auf stark saugendem Untergrund vorher grundieren (Tiefengrund), das spart Material und macht die Haftung berechenbar.

Durchgerechnetes Beispiel: Alkoven-Dusche 0,9 × 1,5 m

Standard-Alkoven, 0,9 m tief × 1,5 m breit, Abdichtung an den Wänden hoch bis 2,4 m:

  1. Wandlauf: 1,5 m Rückwand + zwei Seitenwände à 0,9 m = 3,3 m.
  2. Wandfläche: 3,3 × 2,4 = 7,9 m².
  3. Plus 10 % für Nische, Ecken und Rollenverlust: 7,9 × 1,1 ≈ 8,7 m².
  4. Mal Verbrauch: 8,7 × 0,75 L = 6,5 L → aufrunden → rund 7 Liter für die Wände.

Den Boden gleich mit? 0,9 × 1,5 = 1,35 m² × 1,0 L ≈ 1,4 Liter. Wände plus Boden landen bei knapp 8 Liter, also rund 12 kg - kauf einen 15-kg-Eimer. Der große Eimer ist meist günstiger pro Liter, und der Rest reicht für Ausbesserungen.

👉 Der Abdichtungs-Rechner macht das sofort: Gib die Bodenfläche der Dusche und die Höhe ein, bis zu der die Abdichtung an den Wänden hochläuft, stell den Verbrauch ein, und du bekommst Fläche und Menge samt Verlustzuschlag zurück. (Das Feld für den Verbrauch rechnet in sq ft pro Gallone, wie es auf US-Eimern steht: 55 für Wände, näher an 40, wenn der Boden ein großer Teil der Fläche ist. Rechne deinen L/m²-Wert nicht selbst um, gib einfach diese Zahlen ein.) Der Rechner legt das Wandband um den ganzen Bodenumfang, deshalb liegt das Ergebnis bei einer Drei-Wand-Nische etwas hoch - nimm das als Sicherheitsreserve. Das Verbrauchsfeld schluckt die Zahl jedes Produkts, damit funktioniert dasselbe Werkzeug auch für andere Flüssigfolien oder Dichtschlämmen im Angebot.

Worauf du achten musst

  • Zwei Schichten sind Pflicht. Eine einzelne Schicht ist nur etwa die Hälfte der nötigen Filmdicke. Roll die zweite Schicht quer zur ersten, dann bleibt keine Fehlstelle.
  • Auf die Farbe achten. RedGard geht rosa auf und trocknet zu einem satten Rot durch - meist in 1 bis 1,5 Stunden, bei kühler oder feuchter Luft bis zu 12 Stunden. Erst überstreichen, wenn die Fläche komplett rot ist. Andere Produkte haben ihren eigenen Farbumschlag, aber das Prinzip ist gleich: die nächste Schicht erst auf die durchgetrocknete Fläche.
  • Ecken und Übergänge mit Dichtband. In der Fläche braucht Flüssigfolie kein Gewebe, aber an jeder Ecke, jedem Wand-Boden-Übergang und jeder Fuge ab rund 3 mm gehört ein Dichtband bzw. eine Dichtecke eingebettet. Am Ablauf verlangt das Detail eine eingelegte Dichtmanschette von rund 30 × 30 cm rund um den Flansch.
  • Nicht zu dick auftragen. Der Nassfilm wird bei rund 1 mm gedeckelt - eine dickere Schicht ist kein Extra-Schutz, sie reißt beim Trocknen eher.
  • Auf die Temperatur achten. Nicht auftragen, wenn die Fläche in den 72 Stunden nach dem Auftrag unter 4 °C fallen kann.

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